Veröffentlicht: 11.01.24
Insider Gardenissima: Isolde Kostner
ISOLDE KOSTNER: ehemalige italienische Alpinskiläuferin, Spezialistin für Speed-Rennen. Mit 15 Weltcupsiegen, zwei Abfahrtsweltcups, drei olympischen Medaillen, drei Weltmeistertitel und verschiedenen anderen prestigeträchtigen nationalen und internationalen Erfolgen ist sie eine der erfolgreichsten italienischen Skiläuferinnen der Geschichte. Sie war Fahnenträgerin für Italien bei der Eröffnungsfeier der XIX. Olympischen Winterspiele in Salt Lake City 2002. Bis zum 15. Januar 2023 hielt sie den Rekord für die meisten Podestplätze einer Italienerin im Weltcup (51), bis sie von Federica Brignone (56) überholt wurde. Sogar sieben Mal stand sie auf dem obersten Treppchen der Gardenissima.
Wie haben Sie mit dem Sport begonnen?
Von klein auf habe ich alles geliebt, bei dem ich mich bewegen konnte. Tatsächlich war der erste Sport, den ich gelernt habe, das Skifahren. Ich habe sie zum ersten Mal mit 2 Jahren und 9 Monaten angezogen. Schnee und Eis waren schon immer meine Leidenschaften.
Isolde Kostners größte Qualität und größte Schwäche?
Viele meinen, die größte sportliche Eigenschaft sei die Fähigkeit, auf Skiern zu gleiten. Ich bestätige diese These. Ich wurde oft als der Skifahrer mit den goldenen Füßen bezeichnet. Meine Schwäche? Auf steilen, eisigen und unwegsamen Pisten hatte ich große Schwierigkeiten, da ich meine Skier nicht wie andere Sportler auf die Kanten stellen konnte.
Was war der dunkelste Moment in Ihrer Karriere?
Im November 2002 stürzte ich in Lake Louise und zog mir eine schwere Gehirnerschütterung zu. Es dauerte über ein Jahr, bis ich mich davon erholt hatte, so dass ich zu Beginn der Rennsaison 2003/04 nicht mehr in der Lage war, für mich zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen. Das war zweifelsohne der Tiefpunkt meiner Karriere. An diesem Punkt habe ich zum ersten Mal die Unterstützung eines Sportpsychologen in Anspruch genommen, der mir geholfen hat, mein Vertrauen wiederzufinden.
Was war der glänzendste Moment in Ihrer Karriere?
Weltcup-Siege in der Abfahrt 2001 und 2002. Für mich als Sportlerin war das die größte Genugtuung, da ich dadurch in erster Linie mir selbst bewusst wurde, dass ich in diesen Jahren die beste Abfahrtsläuferin der Welt gewesen war. Als Wert haben wahrscheinlich die verschiedenen Welt- und Olympiamedaillen mehr Gewicht, aber unter dem persönlichen sportlichen Aspekt möchte ich den Gewinn der Spezialitätencups hervorheben.
Gibt es ein Rezept, um ein Champion zu werde?
In erster Linie muss man mit Leidenschaft den Sport leben, den man ausübt. Das ist die Basis von allem. Dann wird das harte Training, das man jeden Tag absolvieren muss, nicht mehr als Last empfunden, sondern man tut es mit Freude und Spaß. Das sind grundlegende Aspekte für das Streben nach dem Meistertitel. Nicht zuletzt ist auch die Ausdauer wichtig, d. h. in schwierigen Zeiten nicht aufzugeben.
Wie kann man die Beziehung zwischen Isolde Kostner und der Gardenissima definieren?
In meiner Zeit als Sportlerin war es immer ein Highlight am Ende der Saison. Ein besonderer Abschluss der Rennsaison, auch weil es das einzige Rennen ‚zu Hause‘ war. Ich habe es immer mit Begeisterung erlebt. Heute ist es immer noch das einzige Rennen, an dem ich teilnehme, also ist es immer eine große Freude, wenn auch mit anderen Prioritäten.
Welchen Rat sollte man einem jungen Menschen geben, der in sportlicher Hinsicht in die Fußstapfen von Isolde Kostner treten möchte?
Leidenschaftlich sein bei dem, was man tut. Ausdauer haben, niemals aufgeben. Träumen und nicht aufgeben, wenn man es erreichen will, sich immer wieder sagen, dass nichts unmöglich ist.
Ein Wunsch und ein Anliegen für die Zukunft von Gardenissima.
Mögen wir, wie bisher, Glück mit dem Wetter haben, damit die Veranstaltung wie in der Vergangenheit stattfinden kann. Ich wünsche mir, dass die Gardenissima dazu beiträgt, die Leidenschaft von Jung und Alt für diesen schönen Sport zu erhalten.

